Großstadt München: Ein Hot-Spot der Artenvielfalt

Gerade im Vergleich mit anderen Großstädten ist München dank seiner geografischen Lage enorm artenreich, gleichsam ein „Hot-Spot“ der Biodiversität.

Lebensräume von Tier- und Planzenarten in München

Sie wurden gejagt oder sind wegen schwindender Lebensräume nahezu ausgestorben – Tier- und Pflanzenarten wie der Biber, die Blauflügel-Prachtlibelle oder Fransenenzian und Mehlprimel. Wer sich jedoch aufmerksam in der Landeshauptstadt München bewegt, kann diesen seltenen Tieren und Pflanzen begegnen – etwa dem Biber an der Isar am Deutschen Museum, wo eine Biberfamilie ihre Burg hat.

Dem Münchner Raum kommt eine Brückenfunktion zwischen dem Voralpinen Hügel- und Moorland und den weiter nördlich gelegenen, klimatisch günstigeren Naturräumen zu, mit der Isarachse als unersetzlichem Rückgrat des überregionalen Biotopverbundes.

In diesem Konzentrationsraum biologischer Vielfalt haben sich zudem letzte Refugien für die Lebensgemeinschaften des ehemals riesigen Dachauer Mooses ebenso erhalten, wie herausragende Bestände der süddeutschen Kalkhaiden, wie sie in ganz Bayern und darüber hinaus in vergleichbarer Ausdehnung kein zweites Mal zu finden sind. Die Münchner Au- und Isarleiten-Hangbuchenwälder sowie die Eichen-Hainbuchenbestände der Lohwälder runden das Spektrum besonders schützenswerter Lebensraumtypen ab.

Nicht nur dieser günstigen Lage, auch der Sicherung solcher Kulturlandschaftsrelikte sowie der von der Landeshauptstadt unterstützten Biotop- und Landschaftspflege des Landesbundes für Vogelschutz und des Bundes Naturschutz, ist diese biologische Vielfalt zuzuschreiben: So konnte beispielsweise auf einer Nasswiese im Münchner Westen der Bestand der schon fast ausgestorbenen Mehlprimel wieder stabilisiert werden. Weiterhin sind etwa im Riemer Park und den benachbarten Magerrasen oder an der Langwieder Haide auf zuvor intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen für Bauprojekte artenreiche und blumenbunte Areale entstanden. Attraktiv blühende Pflanzen wie Salbei oder die Kartäusernelke machen Spaziergänge dort zu einem besonderen Naturerlebnis.

Münchens Artenvielfalt ist bemerkenswert: Je nach Arten­gruppe sind 30 bis 60 Prozent aller bayerischen Arten in München vertreten, weshalb auf alle Gruppen hoch­gerechnet mit mindestens 9.000 Arten zu rechnen ist.

Um diese Vielfalt zu bewahren hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München bereits Ende 2018 die vom damaligen Referat für Gesundheit und Umwelt, jetzt Referat für Klima- und Umweltschutz,  gemeinsam mit weiteren Fachreferaten erarbeitete Strategie zum Erhalt der Biologi­schen Vielfalt Münchens – die Biodiversitätsstrategie – einstimmig beschlossen. Sie zielt darauf ab, Siedlungswachstum und Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt bestmöglich zu vereinbaren.

Nähere Informationen können Sie der Broschüre „Biodiversitätsstrategie München “ (PDF, 2 MB) entnehmen, die die wichtigsten Lebensraumty­pen Münchens mit ihren Naturschätzen kurz vorstellt und die strategischen Handlungs­schwerpunkte in den 20 unterschiedenen Handlungsfeldern aufzeigt.

Der Flyer „NaturVielfalt in München “ (PDF, 401KB) enthält einige Tipps, wie auch Sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen können.

Auf der Seite vom Bayrischen Ladesamt für Umwelt können seltene und bedrohte Arten gemeldet und eingesehen werden.

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